Sonntag, 4. Dezember 2016

Grenzüberschreitungen/Wut

Der Drehbuchschreiberlich ist hartnäckig.
Die letzten Tage lagen verbesserte Passagen in meinem Briefkasten, plus ausgedruckter nächtlicher Traum von ihm *wäääh*.
Ich hatte weder die Zeit noch den Nerv mich drum zu kümmern und tat nichts.
Gestern wieder eine Mail, er lege mir nun die neu ausgedruckte Fassung in Briefkasten...ect...ect...plus einige Vorschläge von ihm an mich, die sich aber eher nach Befehl/Anweisungen anfühlten.
Was ich als Weihnachtsgeschenk verschenke, entscheide immer noch ich!
Und welche Hilfsmittel ich zum arbeiten benutze ebenso!

Ich hatte davor schon überlegt was ich mit dem ganzen Papier mache: ihm zurückbringen...keine Lust....ihm schicken...da würd mir jeder Cent Briefmarke leid tun...heute morgen kams mir: ich schmeiß den Scheiß einfach weg! Genau! Dazu hab ich ihm eine nun mehr als deutliche Mail geschickt. Ich bin da ja immer viel zu freundlich, höflich und flappsig (ala lachend, nein macht gar nichts, dass du mir gerade mit Absicht auf dem Fuß gestiegen bist).
Ich will den anderen auf gar keinen Fall verletzen, aber hej dem anderen seine Unhöflichkeit akzeptiere ich oder wie??? Ich will nicht unhöflich sein, aber der andere ist es im höchsten Maße!

Wir lernten in der Klinik folgendes Bild: Ein Haus, ein Garten drum herum. Du entscheidest welchen  Zaun (oder ob überhaupt einer!!!) da hinkommt. Die hohe Betonmauer mit Stacheldraht? Oder das Gegenteil: Ein Blumenbeet wo nicht klar ersichtlich ist, dass es eine Grenze ist? (kann man wunderbar drüber trampeln) oder einen Holzzaun mit Tür, an dieser DU entscheidest wen du reinlässt und wen nicht.
Manche haben gar keinen Zaun und wundern sich warum sie immer so gereizt, launisch, depressiv sind.

Dieser Mann also trabte nun ohne zu fragen selbstverständlich in meinen Garten, verteilte sich und nahm sich Raum, als ob es seiner wäre! Er linste auch schon zur offenen Haustür!!!
Es gibt mehrere Möglichkeiten jemanden seine Grenze zu zeigen und aus seinem (emotionalen, geistigen, körperlichen, energetischen) Raum zu werfen. Je nachdem wie nah der einem steht, ob man sich wiedersieht, ob er ein langjähriger Freund, ein Fremder ist, oder der einem sympathisch ist oder nicht und wie rabiat der andere die Grenze überlatscht, ob mit Kalaschnikov oder etwas unbedarft der Hans-guck-in-die-Luft.

Ich muss das selbst alles erst lernen, welche Nuancen es gibt! Denn ich komme aus einer süchtigen und somit grenzenlosen Familie. Es war normal sich am Kind für die eigenen Bedürfnisse zu bedienen (meist seelischer Art). Sich an meinen Sachen zu bedienen ohne zu fragen(diese meiste auch zu beschädigen). In meinem Bett während meiner Abwesenheit einen besoffenen Besucher schlafen zu lassen und noch nichtmal das Bett frisch zu beziehen. In meinem Tagebuch zu lesen. Mein Zimmer zu durchqueren, damit mein Stiefvater in sein Büro kommt (immerhin klopfte  er noch an!).
Und wehe ich habe eine Grenze gezeigt: Is nich schlimm, sieht doch hübsch aus, was du wieder hast, das kann man wieder reparieren, bis hin zu massiven Einschüchterungen das man ja die Klappe hält...ect..pp....

Später hatte ich einige übergriffige, egozentrische Partner/Freunde (kennt man ja), die teils bewußt, teils aus Grobheit, fehlendem Mitgefühl ständig auf mir und meinen Sachen herum trampelten...da merkte ich meine Wut schon schneller und konnte mich auch eher wieder in meinen sicheren Garten manövrieren. Aber meist floh ich, den anderen damit konfrontieren das fühlt(e) sich so gefährlich an wie einen erwachsenen Tiger mit der Hand zu füttern.

*PENG* mein Geduldsfaden riss viel zu selten. Ließ mir viel zu viel gefallen.
Als Ende des Schreckens gibt es dann die Frauen die sich ständig verprügeln lassen, weil sie nie ihre Grenzen spüren UND verteidigen durften. Selbstverteidigung fängt im ganz kleinen Stil an, nicht erst wenn man körperlich am Bahnhof bedroht/überfallen wird. Man muss innerlich der Überzeugung sein: Mit mir nicht!!! Und nicht zu vergessen: viele Männer fangen mit kleinsten Grenzverletzungen an, einfach um zu testen wie man reagiert, ob man sich wehrt!

Ich bin aufgewühlt. Das löst soviel in mir aus.
Ich packe also nun das ganze Zeug und schmeiß es in den Papiercontainer, danach geh ich spazieren in der sonntäglichen, adventlichen Stille und halte Zwiesprache mit dem aufgewühlten, ängstlichen Kind in mir.
Deswegen ist mir mein Zuhause so wichtig, deswegen halte ich mich da sehr oft auf, weil ich hier sicher bin. Nicht ganz, klar, weil es Nachbarn gibt.

Aber hier ist alles meins, ich bestimme und kann mich frei bewegen.

Zum Schluß noch was Schönes: Gestern kochte ich mein erstes Chutney. Mit Orangen auf asiatische Art. Es ist sooooooooooooooooooo lecker, dass ich mich zusammenreißen muss, nicht alles selbst aufzufuttern :)

Samstag, 3. Dezember 2016

Wochenrückblick

- gefreut: meine neue Küche immerhin schonmal auf einem Plan gesehen, inkl. kleiner Spülmaschine, das ist super, ich hab die Abwascherei langsam doch sehr satt. Kann sich nur noch um Monate handeln!

- kennengelernt: einen 25-jährigen, stark gepiercten Mann mit sehr langen Haaren, der eine Vornehmheit und Höflichkeit an den Tag legte, wie ich es noch nie erlebt habe. Ein ganz warmer und herzlicher Mensch! Dazu hat er 2 Hunde (i love it!) einer davon ist ein tschechoslowakischer Wolfshund und eindeutig mehr Wolf als Hund. Gänsehaut, Herzklopfen, so auf Du und Du, leider sehr scheu.


- 1.Erkenntnis: Sehr schön und interessant zu spüren was sich im Außen verändert, wenn man vorher was im Inneren verändert hat!

- 2. Erkenntnis: früher war ich zu den meisten fremden Menschen viel zu unfreundlich und mißtrauisch, während ich zu übergriffigen, aufdringlichen, lieblosen, eogoistischen Zeitgenossen viel zu lange zu nett und freundlich war. Ich ändere das gerade!

- genervt: mein Tinnitus bekommt langsam eine Höhe/Lautstärke die mich sehr beinträchtigt.

- ausgeschlafen: der Donnerstag war mein Sonntag, hab nur geschlafen und vor mich hin gedümpelt, tat sehr gut.

- Lebensweisheit: wer einfache Tätigkeiten ausübt, muss nicht dumm sein. Das Gegenteil kann ebenso sein: dass im Gehirn soviel los ist, dass die einfachen Tätigkeiten einen wieder strukturieren und "runterfahren". Bei mir ist das jedenfalls so.

- gelesen: als ich die Feuershow bestaunte war Neumond, dieser Artikel ist da ja bezüglich Feuer und Mond mehr als passend:
http://www.newslichter.de/2016/11/neumond-im-schuetzen-dein-licht-entzuendet-andere-lichter/

- noch gelesen:dem inneren Kind (nach traumatischen Erlebnissen) helfen.
Der Text ist so dicht und hat soviel (berührendes) in mir ausgelöst, dass ich ihn nur immer stückchenweise lesen konnte:
http://www.newslichter.de/2016/11/so-kannst-du-mir-helfen/

- getrunken: nach Jahren mal wieder heiße Schokolade mit viel Sahne! Gibts jetzt wieder öfters.

- gegessen: Wildschweinsemmel *legga*

- gefühlt: die Freude, dass sich mein Leben wieder Stück für Stück füllt und ich wieder soviel machen kann! Meine fast stetig gute Laune. Meine Kraft und Energie! Was eine kleine Ernährungsumstellung alles bewirken kann *staun-staun*. Da sich nun vermutlich mein Darm regeneriert (weil er sich nicht mehr mit dem unverträglichen Zeug auseinandersetzen muss) bekomm ich auch wieder mehr Nährstoffe, zum einen sind die weißen Flecken an den Fingernägeln weniger geworden und meine vielen roten Äderchen im Augenweiß werden weniger!

Vorschau: ein sehr ruhiges, gemütliches Wochenende. Nächste Woche ist wieder viel los und darauf freu ich mich sehr!

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Dezemberzeit

Da ist er nun, der letzte Monat des Jahres,
mit diesem Kalenderbild.


Buddhistische Mönche also.
In ihrer Schlichtheit, Einfachheit und Würde.
Dahinter sieht man, ganz klein, ein paar Menschen in ihren bunten Kleidung, ihrem nach-außen-gerichtet-sein, ihrer Hektik.

Ich habe gerne ein paar Bücher gelesen, die in buddhistischen Klöstern spielen. Diese Klarheit tut mir gut:
Keine Auswahl bei der Kleidung (gut ein wenig mehr darf es schon sein)
Keine Überlegung welche Frisur ich heute trage.
Keinen Eigenbesitz (wär mir auch etwas zu wenig).
Kein Schmuck, keine Kosmetik, wenig Schuhe.
Die Reduzierung auf das nötigste.
Die Konzentration auf das wesentlichste.

Ich werde das diesen Dezember nicht schaffen. Und, wie schon angedeutet, mag ich es auch gar nicht.
Ich habe lange genug nach innen geschaut, jetzt schau ich etwas mehr ins Außen. Mit Veranstaltungen, Menschen treffen, Reisen.
Allerdings werde ich meine Wohnung wieder mehr aufräumen, so dass es wieder freiere Flächen gibt.

Der Januar wird dann ruhig. Die Feiertage sind vorbei, der Rausch von Glitzer und Geschenken auch. Das erlebte will verarbeitet werden. Die Tage sind noch kurz und laden zum dösen, nachdenken, ruhig sein ein.
Alles zu seiner Zeit.
Ich halte es wie Karl Valentin:
Wenn die staade Zeit vorüber ist, dann wirds wieder ruhiger.

In diesem Sinne, wünsche ich Euch allen einen Dezember ganz nach Eurem Gusto.

Mittwoch, 30. November 2016

Bemutterung und unbesinnlich

Gestern war ein schöner Tag.
Vormittags war ich nun zum 3. Mal beim Frauenkreis. Es bereichert und inspiriert mich. Die meisten sind 20-30 Jahre älter als ich. Könnten alles meine Mütter (oder auch Oma, da eine schon 80 ist) sein.
Es ist eine achtsame und heitere Runde. Es wird ausgetauscht und gefragt, ermuntert und gelobt.
Gestern war das Thema Wut dran und davon hatte ich die letzten Tage ja reichlich. Was macht mich wütend, was zeigt es mir, wie gehe ich damit um? Ein altes Bewältigungsmuster fiel mir dabei wieder ein.
Es tut mir gut, neue, schönere heilsame Erfahrungen mit älteren Frauen zu machen. Außerdem staune ich, so wie heute die Mitte 60-jährigen aussehen,sahen früher die Mitte 40-jährigen aus!
Ich bin emotional satt und heiter wieder nach Hause gefahren.

Da es mich derzeit weiter in die Welt hinaustreibt (bei mir wird das kein besinnlicher Dezember mit Sofa platt hocken!) bin ich abends nochmal nach München hinein gefahren.
Das TOLLWOOD ist immer einen Besuch wert. Ein großer alternativer Weihnachtsmarkt. Heuer ist der Weihnachtsbaum aus alten Fahrrädern und überall gibt es spirituelle, hippieeske Dinge zu kaufen und leckeres Essen und Trinken dürfen natürlich auch nicht fehlen. Dazwischen gibt es große bunte Zelte in denen allerlei Veranstaltungen stattfinden.

Mich interessierte aber die Performance: Die Feuershow. Habe ich selber lange Poi (ohne Feuer) gespielt, sah ich jetzt den brennenden Stäben, Keulen, Pois und Diabolos wieder begeistert zu. Noch nie stand ich so nah an einem Feuerspucker!! Wooow! Es tat gut mal wieder ein wenig mitzujubeln, andere anzufeuern ;-) und das staunende Kind neben mir zu beobachten (das interessanterweise dem Papa die Augen zuhielt, als es selbst nicht mehr zusehen wollte, weil es doch ein wenig Angst bekam, der Vater ging so liebevoll auf das Kind ein, dass ich wiederum den Vater anhimmelte ;-) und heute nacht glatt von einer Geburt träumte.)

Weiter ging es spontan zu einem Freund und seiner Mutter wo ich sehr lecker verköstigt wurde und wir noch einen wohligen lustigen Abend hatten.
Diese freundliche Fürsorge (inkl. Weihnachtseinladung!) genoss ich sehr.
Und fuhr wiederum emotional (und diesmal auch körperlich) satt nach Hause und schlief tief und fest.

Es macht Freude mich wieder unter Menschen zu trauen, mein Herz zu öffnen, die harten Urteile über andere zu lassen (dies war nur ein Schutz aus Angst vor zuviel Nähe!), Spaß zu haben und zu genießen und das ganze mit körperlicher Fitness!

Montag, 28. November 2016

W wie ....

- Wünsche, gute
Heute erfahren, dass mein Zahnarzt zum Ende des Jahres aufhört und seine Praxis übergibt. Damit rechnete ich schon sei gut 3 Jahren, konnte mich also innerlich ein wenig drauf einstellen.
Ärzte sind für mich schwierig, ganz besonders der Zahnarzt.
Dann fand ich Dr. S. und meine Ängste schwanden. Er ist ein urbayrischer Kerl mit einer großen Sanftheit. Er nahm mich ernst, wenn es dran war und ebenso riß er mal einen Scherz (immer an der passenden Stelle) um mich ein wenig zu entspannen. Er hatte da ein großes Geschick.
Auch handwerklich war er top. Alles paßte immer und er wußte genau was zu tun war, tat das was nötig war und nie mehr. Es gab einige Gelegenheiten, da hätte er mehr Geld machen können. Aber er sah auf die Zähne und nicht auf seinen Geldbeutel.
Auf meinen Geldbeutel sah er dagegen schon ein wenig, in dem er völlig unbürokratisch und vertrauend (mehrmals) eine Ratenzahlung akzeptierte, ohne Vertrag und Zinsen.
Er machte immer einen zufriedenen und ausgeglichenen Eindruck (und ich glaube er ist das auch).
Er hat eine Nachfolgerin ausgewählt, ich bin gespannt.

- Weihnachten. Etwas Deko darf es heuer sein, nicht so üppig wie die letzten Jahre und dafür das erste mal ein gekauftes kleines Adventsgesteck. Hab keine Lust auf mehr, fühlt sich stimmig an.

- Wut. Ich konnte noch mehr raus finden, warum mich der Mann mit dem Drehbuch so rasend macht. Es ist nicht die Menge seiner Mails (ich kann sehr wohl mal eine längere Geschichte von jemanden lesen oder hören) es ging um den Inhalt (nur er, totaler Monolog, nichtmal auf meine Absage der Mitarbeit fiel ein Wort dazu!!!!???) und das er mich einfach als Projektionsfläche mißbraucht.
Es geht nicht um mich persönlich, sondern er braucht jemanden, der seine minutiösen Erlebnissen lauscht, seine Einsamkeit stillt...was auch immer...
Das machen wir alle mal, wir alle brauchen Menschen, als Spiegel, um Bedürfnisse zu spiegeln, für alles mögliche...aber es kommt auf die Art und Menge an. Und auf das WIE.
Deutlich wird das auch in 2 Szenen in dem Buch. Einmal will er mit einer bestimmten Frau zusammen sein, überlegt sich aber, wenn das nicht klappt geht er zu der anderen. Reine Bedürfnisbefriedigung, keine persönliche Ebene.
Das andere war, wie er ganz klar zu einer Frau sagt: "ich brauche einen Menschen, der mir hilft (und noch irgendwas) und du bist so ein Mensch."
Dafür ist der andere da, ihm zu helfen. Egozentrik pur.

Meine Familie benutzte mich jahrelang für ihre Bedürfnisse. Da ging es nie um mich persönlich. Um das Kind Luzia. Um einen eigenständigen Menschen.
Um ein wirkliches gesehen und verstanden werden.
Das jetzt wieder zu erleben, triggert...deswegen die Wut: Mit mir nicht mehr!!!
Puh...da spüre ich jetzt viel Ruhe in mir... gestern spürte ich starke Unruhe, konnte lange nicht schlafen, Herzrasen...das sind die spürbaren Auswirkungen vom Trigger. Da wußte ich es noch nicht so klar, was da in mir herumtreibt.

- wundervolle Erholung.
Heute hole ich meinen Sonntagnachmittag nach: Leckeres Essen, heiße Schokolade mit Sahne, schlafen, lesen, Sonne genießen, loslassen.....
und leckere Plätzchen naschen, heute kam das glutenfreies Fresspacket an und stellte fest: da schmeckt vieles noch besser, als das übliche! Wahrscheinlich weil Weizenmehl wenig Eigengeschmack hat, man schmeckt dann nur die Gewürze und viel Zucker raus. Diese nun schmecken intensiv und aromatischer, wohl auch weil es noch keine große Massenherstellung ist, sondern eher aus kleinerem Betrieben.

Laßt es euch auch gut gehn! :-)