Dienstag, 27. September 2016

Arbeit

Heute also nochmal ein Thera-termin.
Weil ich da bezüglich Arbeit einfach nochmal Unterstützung/Rückmeldung/gemeinsames anschauen wollte.

Raus kam:
- hätte ich den Termin vor meiner Absage gehabt, hätte mir die Thera höchst wahrscheinlich zu dieser Arbeit abgeraten. Und sich so einmischen tut sie sehr selten. Außer ich frage sie danach und selbst da bleibt sie eher schwammig. Was ich gut finde, weil ich ja nicht mehr tun/nicht tun will was andere sagen. Das weiß sie und ist sich der Gefahr der "Hörigkeit" nenn ich es mal, bewußt.

- einige Umstände bei dieser A.-stelle waren für mich extremst ungünstig (ihre Worte). es war genau das, was mich so panisch werden ließ. Mein inneres Alarmsystem hat also schon auch Sinn.

- ich habe wieder einiges gelernt über mich und auch gezeigt wo ich schon weiter bin als früher.

- jetzige Rückzugstendenzen sind normal, kindliche Anteile wollen und brauchen Schutz. Muss nur aufpassen, dass es nicht wieder ins Extrem fällt.

- ich hab halt meine Themen/Behinderungen, andere haben diese ebenfallls (vergess ich sogern, ich mein immer ALLE anderen, können ALLES IMMER, ja so extrem seh ich das oft. Nur ich, ich kann mal wieder nix...)

- eine alte Falle tauchte auf: Keine Grenzen setzen. Alles machen wollen was (oft nur vermeintlich) erwartet/gefordert wird. Innerliche Selbstaufgabe. Ich hätte wahrscheinlich schon mit denen verhandeln können, nach für mich annehmbaren Rahmenbedingungen. Schade schade, dass ich das nicht probiert habe.
Genau das führte früher immer zu Zusammenbrüchen, ich habe gnadenlos und unhinterfragt gemacht was verlangt wurde. Zum Beispiel Jahre ohne Mittagspause. In einem extrem stressigen Job bei Vollzeit. Oder das ich im Kindergarten immer in Leitungsgruppen war, was konkret heißt, dass man sehr sehr oft mit 25 Kindern alleine den Tag schmeißt. Während andere Kollegen immer zu zweit oder dritt waren.

WENN ich mal was angekündigt habe, dass ich das so nicht machen kann: z.B. als Fahrerin für Schulkinder, sollte ich abends kontrollieren, dass wirklich alle Kids abgeholt wurde, heißt ich kam als letzte vom Platz, hatte aber die längste Tour und war oft erst gegen 20h zuhause, und um 4.20 morgens schon wieder auf der Autobahn, dann ging das nur mit schlimmster Selbstabwertung und Scham, heißt: Panikattacken und Weinkrämpfe deluxe.

- und das es nach langer Pause nun auch schwierig sein darf. Es mehrere Versuche geben darf, bis eine Stelle passt. Echt darf man das? Ich hatte mal wieder gefühlt, dass das zackigzackig gleich funktionieren muss. Ah hallo Perfektionist...

Alles in allem eigentlich gut gelaufen...
und klar betrübt darf ich ja trotzdem sein, dass es eben doch nicht so geklappt hat wie ich mir das vorstellte.

Danach sehr sehr leckeren Kaffe geholt und gemütlich durch den herbstlichen menschenleeren Park geschlendert....Entspannung pur!

Montag, 26. September 2016

Warum nochmal....

Warum nochmal hab ich so ein Problem mit Menschennähe?
Damit ich das nicht vergesse, zeigt es mir das Leben immer wieder...

Diesmal:
Guter Freund (Art geschwisterliche Gefühle) dem ich ein Stückchen nun vertraue und fast alles mit ihm bereden kann, fragt mal so an, ob wir nicht auch mal ins Bett hüpfen können.
Und versteht nun gar nicht, dass ich da not amused bin.

Freundschaft mit Männern scheint nur zu funktionieren, wenn er Eunuch oder schwul ist.

Samstag, 24. September 2016

Ich war im Paradies

Gestern kurzerhand den Rucksack geschultert, Bayernticket gekauft und mit D. im Zug nach Kiefersfelden gedüst.
Das Wetter wollten wir noch nutzen, ich genieße nämlich weiterhin meine bessere körperliche Verfassung und wollte nochmal wandern gehn.

Nach anfänglichen Unschlüssigkeiten und Diskussionen ging es am schönen wilden Kiefernbach entlang. Duft aus meiner Kindheit, das Moos, der krautige, würzige, feuchte Geruch...ich mag das...und schon bald sahen wir tolle Wasserfälle:

Dann gings einige Meter nen Berg hinauf zum Hechtsee, ein toller Gebirgsee, der schon in Österreich liegt:






Es sieht dunkler aus, als es war. Das Wetter wechselte von sonnig bis leicht bewölkt. Ideal.
Den See umrundeten wir einmal. Einfach malerisch. Man hätte auch irgendwo im Norden sein können. Gut, vielleicht nicht mit dem Kaisergebirge im Hintergrund (zahmer und wilder Kaiser).

Berg wieder runter und weiter am Bach entlang...dort sahen wir, dass wir ja im Paradies waren! Ja hätte man auch echt meinen können.

Nur das Stück an der Straße wo die Autofahrer nur so vorbeipreschten ließ am Paradies enwas zweifeln.

Schon bald kamen wir am größten Wasserrad Bayerns vorbei. Mit 7 Metern Durchmesser schon sehr imposant, wenn man davor steht:



Dann mussten wir erstma 100 Treppenstufen hinaufsteigen, um in die Gießenbachklamm zu kommen. Ja genau, eine tiefe Felsschlucht unten rauscht der Bach nur so durch, an der man in ziemlicher Höhe in einem Steig durch musste. Zum Glück wirklich gut abgesichert mit hohem Geländer und Netzzaun, so dass selbst ich mit extrem schneller Höhenangst da gut durchkam. Naja brauch ich auch nicht jeden Tag.
(Bild von bergfex.at ich konnt da vor lauter Konzentration/Anspannung nicht fotografieren ;))


Der Mut hatte sich gelohnt, kaum überquerte man das Wehr, ging man auch schon auf einem sanft hügeligen Hochplateu wie aus dem Märchen. Aufgrund inzwischen großen Hungers leider auch kein Bild.

Die Schopperalm rief und wir wurden auch mit einem Geleit zu unserem Platz geführt:

Kleinwüchsige  Ziegen
die es sich auch in der Sonne gutgehen ließen

aber auch unbedingt schmusen wollten



der doch ziemlich strenge Geruch lockte später auf dem Heimweg alle möglichen Hunde auf ihrer Gassirunde an. Zum Glück mag ich Hunde...

Zur Stärkung also erstmal Pommes mit Schnitzel (oder so) das bei diesem Ausblick ganz besonders schmeckt:

Nach dem Almbesuch meint man, es geht ja jetzt erstmal nur bergab. Damit hatten wir uns getäuscht, es ging nochmal richtig zäh bergauf (toll mit vollem Magen) um dann später erst in sanftem dann im sehr steilen Weg wieder bergab zu führen.

Unten am Wasserrad wieder angekommen ging es den Rest des Weges wieder am Bach entlang wie schon auf dem Hinweg.

Noch ein kleines Eis beim Italiener geholt und der Tag war wirklich schön:
Wir trafen wenige Wanderer, eine eher gemütliche Wanderung mit schönen Naturerlebnissen und einfach eine tolle Abwechslung nach dem letzten Streß.

Gut, die Heimfahrt in der Bahn ist an einem Wies'n-Freitag abends um 20.30 olfaktorisch wahrlich kein Genuß, aber es hat mich nicht mehr so getriggert wie früher.
Dann folgten 10 Stunden satter und tiefer Schlaf....

Donnerstag, 22. September 2016

Flotter Spruch

Wahrscheinlich kennen die meisten mit einer psychischen Erkrankung die blöden Sprüche.

Bei der Depression heißt es gern mal: mach mal Urlaub/ Sport/was schönes/Party, darfst nicht alles so ernst nehmen, morgen ists bestimmt besser....
Bei einer Angststörung hört man gern: ja ich wär da auch nervös, stell dich nicht so an, Augen zu und durch, probiers einfach mal meist gehts dann doch, ich hab manchmal auch keine Lust zu arbeiten...

Der nächste der mir mit so einem Spruch kommt (leider sind ja oft auch Ärzte darunter) dem geh ich an die Gurgel, so richtig. Drücke fest zu, sodass er noch ein klitzeklein wenig Luft bekommt und säusel dann ganz lieb: "Oh ich glaub das ist nur ein bisschen Halsweh, lutsch mal ein Bonbon, hat bei mir auch mal geholfen!" und grinse leicht debil dazu.

Ich wollt eigentlich heute vormittag einen kleinen Ausflug machen.
Mir ist aber eher wieder ins Bett verkriechen.
Gar kein gutes Zeichen.
Gar nicht....

Mittwoch, 21. September 2016

Erholung

In mir läuft keine extreme Selbstabwertung.
Wie früher.
Wenn mal wieder was nicht ging.
In mir ist es ruhig. Alles ist gut. Ich schlafe. Ich mache Gymnastik. Ich denke noch ein wenig über die Sache nach. Und mache weiter.
Irgendwie finde ich diese Ruhe aber auch komisch.
Hab ich mich aufgegeben?
Ich weiß es nicht.
Ich bin nur gerade sehr dankbar, dass ich meine freie Zeit noch habe.
Die 2. Haushaltsstelle habe ich ja aufgegeben, also muss ich da jetzt heute auch nicht mehr hin. Da bin ich sehr erleichtert.
Ich werde schon was neues finden.
Also heute nach langer Zeit mal wieder zur Tafel.
Kam schnell dran und es gab große Beute. Was mich sehr freut. Ein paar nette Gespräche gab es auch. Kein Generve. So könnts immer sein.

Da es zur "Wies'n"-Zeit immer Hendl mit Kartoffelsalat gibt, werd ich das gleich genießen.
Und auch draußen den Nebel.
Und was zu lesen.
Und vielleicht noch einen Kaffee.
Sollte die Sonne noch rauskommen, gibt es wie nun fast täglich noch eine Radrunde.

Vor wenigen Tagen kam die Verlängerung der EU-Rente: Bis Dez. 2017.

Es mir gutgehen lassen. Auch wenn ich nicht arbeite. Ich darf das. Ich bin nicht faul. Ich arbeite woanders.
In mir.